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Zyklus- und Kinderwunsch-Tees – Was steckt dahinter?

Zyklus- und Kinderwunsch-Tees – Was steckt dahinter?

Egal ob als „Kinderwunsch-Tee“, „Klapperstoch-Tee“ oder Zyklustee etikettiert, die Kräutermischungen sind teilweise sehr unterschiedlich und nicht immer hilfreich. Bei der Auswahl des richtigen Tees ist es wichtig, auf die Inhaltsstoffe zu achten.

Es gibt tatsächlich Kräuter, die dir helfen, deinen Zyklus zu harmonisieren, den Eisprung anzuregen, Menstruationsschmerzen zu lindern, insgesamt deinen Körper in Schwung bringen oder die Stimmung heben. Dabei sollte man sich auf jeden Fall der Wirkungen der einzelnen Kräuter bewusst sein, denn gerade während des Zyklus gibt es Prozesse im Körper, die auf jeden Fall nicht verhindert werden sollten. So gibt es zum Beispiel Kräuter, die abortiv wirken können und daher in der zweiten Zyklushälfte vermieden werden sollten, wenn man schwanger werden möchte.

Kräuter bei Menstruation

Bei krampfartigen Regelbeschwerden (auch Bauchschmerzen) soll Majoran helfen. Er wärmt den Unterleib und wirkt entkrampfend. Als Salben oder Öl lässt sich Majoran auch als wärmende Massage anwenden, auch als Zäpfchen oder Vaginaltablette entfacht Majoran seine erwärmende und durchblutende Wirkung und fördert zudem noch eine bessere Durchlässigkeit des Zervixschleims für Spermien. Auch Dost (Oregano) hat diese Wirkung, beide entstammen der origanum Familie und sind daher in ihrer Art und Weise sehr ähnlich.

Gänsefingerkraut wirkt bei allen krampfartigen Beschwerden und ist somit auch während der Menstruation ein hilfreicher Begleiter. Auch bei Migräne ist es ein bewährtes Mittel. Besonders interessant ist hier, dass das Kraut vor allem in Milch abgekocht wird, wodurch seine fettliebenden Inhaltsstoffe sich noch besser entfalten können. Dem Tee aus Gänsefingerkraut kann also ruhig ein Schuss Milch oder Sahne hinzugefügt werden.

Wärmende Mischungen sind für die Menstruationszeit immer förderlich. So kann zum Beispiel eine Mischung aus Ingwer, Gänsefingerkraut und Fenchelfrüchten – jeweils zu gleichen Teilen, eine Dreifingergabe pro Tasse, mehrmals am Tag als Tee getrunken – seine wärmende Wirkung entfalten. Ingwer kann auch als Wickel verwendet werden, wodurch der gesamte Unterbauch oder auch die Nieren erwärmt werden. Wärme ist immer auch schmerzlindernd und Ingwer ist bekanntlich besonders wirksam.

Auch harmonisierende Kräutermischungen mit Frauenmantel können zur Linderung von Menstruationsbeschwerden hilfreich sein. Eine Mischung aus Frauenmantel, Schafgarbe und Gänsefingerkraut – zu gleichen Teilen mischen, 1 TL auf eine Tasse mit 200ml Wasser übergießen, 3 Tassen täglich – kann dabei helfen, die Menstruation schmerzfrei zu überstehen.

Beerenblätter

Erdbeerblätter sind vor allem für junge Mädchen zur Zyklusregulierung zu empfehlen.

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Himbeerblätter eignen sich hervorragend zur Zyklusregulierung von Frauen und zur Fruchtbarkeitsförderung, da sie Eireifung und Eisprung fördern und den Schleimaufbau regulieren. Sie helfen außerdem bei Hyperandrogenämie und PCO die Hormone auszugleichen. Außerdem sind sie auch während der Schwangerschaft als Tee einsetzbar, um stabiliserend zu wirken, und zum Ende der Schwangerschaft als geburtsvorbereitender Tee.

Kräuter für die 1. Zyklushälfte

In der ersten Zyklushälfte geht es darum, die Hormone zu stärken, die den Eisprung fördern, für gesunde Eizellen sorgen, die sexuelle Lust entfachen (ohne Sex gibt es schließlich auch kein Baby), und die Befruchtung zu fördern. Besonders hilfreich sind Tees, die entkrampfend, entspannend, aphrodisierend, stressmindernd und durchblutend wirken.

Basilikum hat einige Eigenschaften, die besonders Frauen mit Kinderwunsch schätzen lernen sollten: Das Basilienkraut wirkt gegen Stress, fördert die Konzentration, weckt die Lust, fördert die Durchblutung von Bauch und Becken, wirkt gegen Blähungen und fördert die Ovulation. Es sollte aber in der zweiten Zyklushälfte und in der Schwangerschaft nur sehr spärlich eingesetzt werden aufgrund seiner wehenfördernden Eigenschaften.

Beifuß (Artemisia) befeuert das Becken und ist somit ebenfalls ein guter Begleiter in der ersten Zyklushälfte, um die Durchblutung im Beckenbereich zu fördern und hormonelles Ungleichgewicht auszugleichen. Das Kraut stärkt auch die Blase und beugt somit Entzündungen und Infekten vor. Da es auch blutungsauslösend wirkt, sollte es nicht in der zweiten Zyklushäfte oder in der Schwangerschaft verwendet werden.

Das mexikanische Sexualtonikum Damiana ist für beide Geschlechter zur Anregung der Lust geeignet. Bei Kinderwunsch ist neben Tee auch ein Fruchtbarkeitswickel geeignet (s. Praxishandbuch Frauenkräuter). In Tee gemischt (z.B. mit anderen Kräutern) kann Damiana auch Anspannung lösen, wirkt aphrodisierend und nervenstärkend und sorgt ebenso bei krampfartigen Regelbeschwerden für Linderung.

Himbeerblätter sind in der 1. Zyklushäfte durchaus förderlich (s.o.).

Hopfen ist vor allem dafür bekannt, dass man besser einschläft. Darüber hinaus entspannt der Tee, wirkt beruhigend, östrogenähnlich und lustfördernd für Frauen (nicht für Männer, da wirkt er anaphrodisierend!) und fördert Eireifung und Eisprung.

Rosenblüten sind besonders aufgrund ihres blumigen Duftes eine Beigabe zu lustfördernden Tees. Sie wirken stimmungsaufhellend und aphrodisierend, öffnen das Herz und beruhigen. Rosen-Zäpfchen oder -Vaginalgel sorgen auch innerlich für Sinnlichkeit. (s. Buchempfehlungen für Rezepte zur Herstellung).

Einen wahren Turboeffekt auf den Kreislauf hat Rosmarin. Er regt die Blutzirkulation an, wirkt wärmend und anregend auf die Beckengegend.

Salbei als östrogenartige Pflanze ist ebenfalls für die erste Zyklushälfte empfehlenswert. Abgesehen von seinen entzündungswidrigen Eigenschaften, die bei Erkältung oder zum Gurgeln bei Zahnfleischproblemen oder Entzündungen im Mund- und Rachenraum zum Tragen kommen, wirkt Salbei außerdem fruchtbarkeitsfördernd.

Kräuter für die 2. Zyklushälfte

In der zweiten Zyklushälfte steht vor allem die Vorbereitung der Gebärmutter auf dem Plan. Alle Kräuter, die sich positiv auf die Progesteronbildung und die Gesundheit des Gelbkörpers konzentrieren, sind jetzt von Vorteil. Auch Gebärmutter tonisierende Kräuter sind jetzt hilfreich.

Bei PMS, Brustspannen und Gelbkörperschwäche empfiehlt sich in der zweiten Zyklushäfte Mönchspfeffer.

Besonders Frauenmantel Tee kann in der zweiten Zyklsuhälfte förderlich sein. Für den Fall, dass keine Schwangerschaft zustande kommt, sorgt Frauenmantel für eine Linderung der PMS Symptome (s.o.). Gleichzeitig sorgt Frauenmantel für ein hormonelles Gleichgewicht.

Schafgarbe ist sowohl in der ersten als auch zweiten Zyklushälfte im Einsatz. Es stärkt die Leber, wirkt krampflösend und regt die Mitte an. Sogar bei Schwangerschaftsübelkeit und anderen Schwangerschaftsbeschwerden kommt es zum Einsatz.

Die Progesteronpflanze der Indianer, Yamswurzel, ist vor allem bei Östrogendominanz und Gelbkörperschwäche in der zweiten Zyklushälfte zu empfehlen. In der ersten Zyklushälfte ist sie eher kontraproduktiv, wenn man schwanger werden möchte, da sie als natürliches Verhütungsmittel bei den indigenen Völkern gilt.

Nestreiniger-Tee

Der Nestreinigungs-Tee ist vor allem eine entgiftende, blutreinigende und fruchtbarkeitsördernde Mischung. Die Kräuterkombination soll dafür sorgen, dass der Körper von Giftstoffen gereinigt und der gesamte Kreislauf auf Vordermann gebracht wird. Besonders in der heutigen Zeit, wo Umweltgifte auch über lange Zeit in unserem Körper Schaden anrichten, kann eine solche Mischung hilfreich sein, um das Nest für ein Baby vorzubereiten.

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  • Brennessel – stoffwechselaktivierend, blutreinigend, ausleitend
  • Goldrutenkraut – harntreibend, ausleitend, entzündungshemmend
  • Gundelrebe – blutreinigend, antibakteriell, entzündungswidrig
  • Frauenmantel – hormonausgleichend, empfängnisfördernd, entzündungswidrig, antiviral, krampflösend, wundheilend
  • Schafgarbe – blutreinigend, entzündungswidrig, leberschützend, krampflösend, antibakteriell, wundheilend
  • Stiefmütterchenkraut – blutreinigend, antibakteriell, hautstoffwechselaktivierend, wundheilend
  • Storchschnabel – leberschützend, blutflussregulierend, lymphflussanregend, fruchtbarkeitssteigernd, antibakteriell, antiviral, wundheilend
  • Taubnesselkraut – schleimhautschützend, antibakteriell, menstruationsfördernd, pilzfeindlich

Kinderwunsch-Tee oder Storchen-Tee

Die Problematik bei Kinderwunsch-Tee ist, dass oft Mischungen verkauft werden, die zwar hilfreich sein können, oftmals aber nicht den Bedarf der jeweiligen Frau abdecken. Ob Gelbkörperschwäche, Endometriose, Gebärmuttersenkung, PCO, Hormonstörungen… die Ursachen für unerfüllter Kinderwunsch sind viele und es gibt eben kein Allheilmittel oder eine Teemischung, die sich um all diese Ursachen auf einmal kümmert. Besser ist es, sich ganz gezielt den Tee selbst zu mischen mit genau den Kräutern, die tatsächlich für den eigenen Bedarf abgestimmt sind.

Storchenschnabel, der auch Kindsmacher genannt wird, ist bei Kinderwunsch kaum wegzudenkend. Aus alten Überlieferungen der weisen Frauen vom Lande ist es das Kraut, das bei unerfülltem Kinderwunsch helfen soll. Wie bereits oben beschrieben hat er genau die Eigenschaften, die für ein ideales Setup im Körper sorgen, um ein Kind empfangen zu können. Der Kindsmacher Tee von Ignaz Schlifni besteht aus Frauenmantelkraut (3 Teile) und Storchschnabelkraut (2 Teile) – 1 Eßlöffel pro Tasse, 10 Minuten ziehen lassen, 2-3 Tassen täglich über mehrere Wochen – sollen bei Kinderwunsch und nach Fehlgeburten helfen.

Zu viele Kräuter braucht es wirklich nicht. Manchmal reichen schon einfache Mischungen wie die eben genannte, um den Körper optimal auf eine Empfängnis vorzubereiten. Die Naturheilkräfte sollten aber immer auch in Absprache mit Ärztinnen oder Heilpraktikerinnen eingenommen werden, gerade wenn Komplikationen wie Endometriose, PCO, Schilddrüse oder andere die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch bilden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Da alle Kräuter auch als Heildrogen bezeichnet werden können, sollte man sich der einzelnen Wirkungen bewusst sein, denn gerade Pflanzen, die eine intensive Wirkung haben, können eventuell den Zyklus stören, da sie auf die Hormone einwirken. Gerade bei typischen Frauenkrankheiten oder leichten Zyklusstörungen können manche Kräuter auch verstärkend oder genau entgegengesetzt wirken. Beispiel Mönchspfeffer: Wenn der Zyklus normal abläuft, kann es passieren, dass PMS-Symptome durch die Einnahme von Mönchspfeffer noch verstärkt werden.

Welche Kräuter tatsächlich für die eigenen Bedürfnisse die richtigen sind, lässt sich nur durch Ausprobieren herausfinden. Wer sich über die wichtigsten und hilfreichsten Frauenheilkräuter informieren möchte, sollte sich am besten ein Buch wie Margret Madejskys Praxishandbuch Frauenheilkräuter zulegen.

Wichtig ist, dass du deinen Körper genau beobachtest, während du egal welche Art von Heilkräutern zu dir nimmst. Sobald du merkst, dass Symptome verstärkt werden oder andere unerwünschte Wirkungen auftreten, verändere unbedingt die Dosis oder lasse es komplett weg. Im Zweifel frage lieber bei Apotheken, Heilpraktikerin oder Ärztin nach.

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